kritisch anschauen.

die berichte über schußwaffengebrauch der polizei in österreich haben viel kurioses und enden für so manchen beteiligten tödlich. ein sprecher der wiener polizei meinte, dass 2008 in wien 33 mal von der schußwaffe gebrauch gemacht wurde, davon insgesamt 17 mal gegen tiere. wildgewordene tiere haben also eine knapp schlechtere überlebenschance als menschen, die aus welchen gründen auch immer, vor der polizei flüchten. die medialen berichterstattungen sind kurz und geglättet und es kostet etwas fantasie, sich eine konkrete szene aufzurufen. ich lade zu einem versuch ein.

wien favoriten. unter tags. ein unangenehmer zeitgenosse lärmt und es stinkt aus seiner wohnung. nachbarn rufen die polizei. traritrara. er wird gestellt. greift mit einem besenstiel an. verletzt einen beamten. dieser, sagen wir mal, ein guter mensch, sprüht pfefferspray zur verteidigung. der wind ist ungünstig. der unangenehme zeitgenosse entkommt. der gute mensch, verletzt, verfolgt mit seinen kollegen den unangenehmen zeitgenossen. dieser läuft. die troststrasse entlang. warnschüsse werden abgegeben. in die luft? nein. sie treffen 2 parkende autos. dann ein vorbeifahrendes auto. dann ein geschäft. und dann doch. 4 mal den unangenehmen zeitgenossen, der wie die polizei zu protokoll gibt, “immer wieder mit seinem messer drohte”. eine empfehlung: die sitze im auto immer so gut es geht zurücklehnen, das senkt die wahrscheinlichkeit getroffen zu werden. der unangenehme zeitgenosse wird überwältigt, gottlob!, von ihm wird in nächster zeit keine gefahr ausgehen. und von den polizisten? man muß sie verstehen, das ist jetzt schon amtlich und die zertifizierte zivilgesellschaft hat dies auch schon bestätigt.

heinz patzelt, amnesty international, sagte bereits am nächten morgen im radio, alles wäre in ordnung und sachbeschädigung bei verhaftungen müßten in kauf genommen werden. hatte er eine eigene ermittlungs-task-force? wurde er gefragt? handelte es sich bei dem unangenehmen zeitgenossen um ein justiz-, polizei-, oder folteropfer? nein.

aber am vortag beschloß die bundesregierung spendengelder für humanitär tätige ngos steuerlich absetzbar zu machen. und der staatssekretär im finanzminister, schieder, sagte um 22 uhr 12 in der ZIB 2, dass die frage ob spenden für amnesty auch dazu gehören, offen sei. 9 stunden später, um 7 uhr 12, parlierte patzelt ungefragt im ö1-morgenjournal. das ist österreich. die großkoalitionäre subventionshand funktioniert wieder, als herrschaftsinstrument.

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