28.May 2013

wild leben.

lange her, dass ich hier was geschrieben hab, und doch sehe ich es nicht als versäumnis. es gibt millions of opportunities to intervene und die eigene homepage ist wohl eine der passivsten möglichkeiten. wer will schon followers produzieren?

zitronenshed

am 13. märz ist “ich rannte aus zitronen” erschienen und ich bin immer noch hellauf begeistert mit zaglossus einen wunderbaren verlag gefunden zu haben. die empathie für meinen text, die intensive arbeit mit katja zur verbesserung desselben, die endgültige inhaltliche und emotionale assoziation in die  wiener queere communitiy haben mein leben angenehm bereichert.

dreilesebande

die lesungen im repclub (video) mit can und laura und in simmering mit fanny (audio; radio stimme), die lesungen in zürich mit kathi, can und luisa und linz mit heide und veza, vor allem aber die präsentationsparty im rhiz mit kathi, nora und der sensationellen performance von boubie bourbon und hanzaj butchovski waren echte glücksmomente, die mich süchtig machen und zu weiterem schreiben inspirieren.

titel

die lesung in berlin  im cafe engels am 2. juni beendet den wildesten mai meines lebens und ich werd gut überlegen müssen, woher ich die 28 stunden leben pro woche abzwacke, die ich fürs schreiben des dritten buchs brauche, für das es noch nicht mal einen arbeitstitel gibt. wohl aber so manche idee, es soll um eine bizarre situation rund um zwangsräumungen und verschiedener protestformen dagegen gehen. eine fiktion, die jederzeit realität sein könnte. eine science fictiongeschichte, die in der gegenwart angesiedelt ist. mit dabei wieder jedenfalls magda, frank/harald und ronnie, soweit kann ich eine leserin, die sich das gewünscht hat beruhigen. und in einer nebenrolle: der bürgermeister von san francisco ed lee! vielmehr kann ich gar nicht verraten, weil ich auch noch nicht sehr viel mehr weiß. ich lass mich im vorwärtsschreiben ab 7. juni überraschen.

schön wärs, wenn ich ende juli ferig wäre, dann könnt ich den august noch geniessen, mein wohl allerletztes monat in bildungskarenz, deren dritten teil ich jetzt grad konsumiere. dafür gebührt meinen kolleg*innen der firma eisenbacher ein xtrem großes lob. ohne ihre dezitierte fürsprache wär diese nicht von der geschäftsführung genehmigt worden.

weils das dritte buch ist, werd ich es als trilogie ausgeben. und was nachher kommt weiss man* sowieso sehr selten im leben.

29.Jul 2012

stipendiertes reisen.

keine 5 wochen hat es gedauert bis das bmukk mir den positiven bescheid gegeben hat, dass ich, um mein neues buch fertig zu stellen, 1100 euro für eine einmonatige zypernreise zugesprochen bekomme. “im namen der frau bundesministerin”, wie es in dem bescheid heißt und mit der auflage bis 31. 12. 2012 einen reisebericht zu schreiben. ein kurzes anschreiben, das ich hier offenlegen möchte, und 30 Manuskriptseiten meines neuen buchs, die von einer kommission beurteilt wurden haben ausgereicht.

 nicosia

Sehr geehrte Damen und Herren!

 Ich möchte mich zu Recherchezwecken für meinen zweiten Roman um ein drei- bis vierwöchiges Reisestipendium nach Zypern bewerben. Aufbauend auf meinen ersten Roman „Sie sprechen mit Jean Amery, was kann ich für sie tun?“, der 2011 im Milena-Verlag in Wien erschienen ist, wird das neue Projekt (Arbeitstitel „Ich rannte aus Zitronen“) eine Fortsetzung.

 Im ersten Teil wird die Hauptfigur Frank durch verschiedene Umstände gezwungen, seine Identität aufzugeben und unter falschem Namen in Zypern ein neues Leben zu beginnen. Die entsprechenden Passagen aus „Sie sprechen mit Jean Amery, was kann ich für sie tun“ lege ich als Text dem Antrag bei.

 Im neuen Buch übernimmt Magda, eine ehemalige Arbeitskollegin die Aufgabe, Franks Wiener Identität abzuwickeln und wird zur neuen Hauptfigur. Schwerpunkt wird wieder die Auseinandersetzung mit modernen Arbeitsverhältnissen, die Lebensverhältnissen von Menschen, die aktiv aber ziemlich vereinzelt durchs Leben gehen und immer wieder mehr oder weniger zufällig in Aktivitäten stolpern.

 Magda vermutet Frank in den USA, entdeckt ihn dann aber nach einigen Jahren auf der Facebook-Seite einer Freundin auf einem Urlaubsfoto im Hintergrund. Er heißt Harald Jenninger und ist Wanderführer bei einem zypriotischen Reiseveranstalter. Sie beschließt, ihn zu suchen.

 Gegenstand der Recherchen wird sein, die Lebensverhältnisse in Nikosia und dem Norden der geteilten Insel zu studieren. Nikosia ist eine der letzten geteilten Städte der Welt, direkt an der Grenze leben, vor allem im türkischen Teil der Stadt sehr viele Ausländer. Briten und Amerikaner, Südkoreaner und Pakistanis, ein prekärer Internationalismus, der sehr viel kreatives Potential beinhaltet. Im zweiten Halbjahr 2012 übernimmt Zypern den EU-Vorsitz, wodurch zusätzliche Spannungsmomente entstehen, der Konflikt international auch wieder stärker fokussiert werden wird.

Ich möchte den Alltag und Hoffnungen der Menschen in der geteilten Stadt aus Sicht eines Ausländers mit gefälschtem Pass schildern, der sich bescheiden aber ganz gut in die Verhältnisse vor Ort eingeschrieben hat. Dies wird im dritten Drittel des Romans einfließen und neben Wien zum wichtigsten Ort der Handlung werden.

 Das Buch mit dem Arbeitstitel „Ich rannte aus Zitronen“ wird voraussichtlich im März 2013 im Wiener Milena-Verlag erscheinen.

 Mein Reisezeitraum wird Ende Oktober bis Ende November 2012 sein.

wenn jemand beratung zu literaturstipendien braucht oder geben kann. get in contact!

19.Jun 2012

so fro.

es ist sehr schwer aus eigenen texten vorzulesen und noch viel unangenehmer sich sebst zuzuhören. bei einer einstündigen livesendung wie summerau, 96 auf radio fro passieren allerlei versprecher, die meisten davon mir. zum trotz gibts von mir mitausgesuchte gute musik. schön war der ausflug nach linz. besten dank an manuela mittermayr und erich klinger.

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8.Jun 2012

summer au.

das bundesministerium für unterricht und kunst schüttet diverse stipendien aus, eine tatsache, die angesichts sonstiger gesellschaftlicher entwicklungen, höchst erstaunlich ist. auf deren homepage ist das gar nicht versteckt, trotzdem gehört das nicht zum allgemeinwissen. vermutlich sind es die künstlerInnen selbst, die die informationen bedeckt halten, um sich vor unliebsamer konkurrenz zu schützen. jedenfalls wird man/frau nicht bereits in den schulen darauf hingewiesen, dass es staatlicherseits unterstützungen für kreatives arbeiten gibt. ich selbst hab mich um ein reisestipendium nach zypern beworben, um mein buch fertigzustellen. ob ich es krieg ist offen, aber schon die einfache einreichung war befriedigend.

am montag beginnt die nächste phase meiner lohnarbeit bei eisenbacher im apa-verband. ich freu mich schon wieder auf kollegInnen, die tätigkeit selbst, selbst auf die fremdstrukturiertheit der arbeit. eine art pause vom kreativsein, die gut tut.

die erste einladung öffentlich über mein neues projekt ausführlich zu sprechen erhielt ich von radio fro in linz, wen es interessiert: mi, 13.6., 19 - 20 uhr, summerau 96, und nachzuhören im netz.

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17.May 2012

writers high.

am 9. mai 21.30 finalisierte ich das manuskript zu “ich rannte aus zitronen”. youhou! 45 intensive tage, nur ein nacht nichtschreibend (in dieser nacht entstand bei einer spannenden hörlgasse-salon-runde mit essen und trinken der titel), 292.707 zeichen, das werden ca. 180 seiten. ich bin sehr zufrieden, dass es wieder geglückt ist und nachdem drei freundinnen das manuskript kritisch gelesen haben, werde ich das überarbeitete manuskript wieder dem milena-verlag anbieten. meinem lieblingsverlag, keine frage. über den sommer wird dann locker umgearbeitet, im herbst nochmal in zypern nachrecherchiert, ende oktober das cover und der titel fixiert und im februar oder märz gibts wieder ne fette präsentationsparty im rhiz im rahmen von holgers nil desperandum. und dann wieder auf leseabenteuer mit unserer lesebande, was für ein spaß!  lesungen in leipzig und zürich und in der bibliothek in simmering. alles sehr fein und es kommt alles fast von selbst, meine arbeit ist im wesentlichen getan, am 11. juni wende ich mich mal wieder für zumindest 1 1/2 Jahren meiner lohnarbeit bei der APA zu, keine qual, sondern angenehme abwechslung und herausforderung.

zitronen

 

23.Mar 2012

ernst gemeint.

am 26. märz beginne ich mein nächstes schreibabenteuer, eine im weitersten sinn fortsetzung von “sie sprechen mit jean amery, was kann ich für sie tun”. von september bis dezember 2011 wurden davon 826 stück verkauft, von vielen leserInnen erhielt ich aufmunterndes feedback und ernstgemeintes lob, ein nicht zu unterschätzender faktor, auch was die ausrichtung künftiger arbeiten betrifft. letztendlich ist es auch erstrebenswert, die gläserne wand zwischen schreibenden und lesenden niederzureißen, auch wenn es naiv wäre zu glauben, daß dies jemals ganz gelingen könnte. oft werde ich gefragt, warum ich hier so viele details des rundherum offenlege, wer mir geholfen hat, wie das buch rezipiert wird, wer aller an der entwicklung teilgehabt hat.

ich halte das für eine selbstverständlichkeit für einEn fortschrittliche community. es ist mir völlig unverständlich, dass in österreich über einkommen, verträge, soziale kontakte ein mantel des schweigens herrscht und auch die meisten autorInnen und verlage geben weder auflage noch kontakte, oder gar details über neue projekte preis.

grade rechtzeitig, quasi als letzten notwendigen schubser um wieder die ersten 5000 zeichen eines neuen 300.000 zeichen-romans zu schreiben, hat mir ein flüchtiger bekannter, ein schachfreund, gegen den ich vor jahren mal eine turnierpartie gespielt habe ein feedback gegeben, das nicht nur motivierend war, sondern sogar konkrete handlungsvorschläge gegenen hat. in absprache mit ihm möchte ich es hier exemplarisch für viele andere anonymisiert wiedergeben.

Hallo Kurto Wendt,

auch wenn wir uns nur vom Schach flüchtig aus einer Partie bei einem Auhof Open kennen, erlaube ich mir Dir zu Deinem Roman-Erstling zu gratulieren.

Ich war zunächst eher skeptisch. “Schon wieder so ein Wien-Roman eines Möchtegern-Autors” hab ich mir gedacht, ihn aber vorletzte Woche trotzdem gekauft, schon aus Schachspieler-Solidarität und obwohl fast pleite.

Umso größer war die Überraschung: Von der ersten Seite an interessant und spannend geschrieben, flüssiger, eleganter Schreibstil, authentische Figuren, ein ungewöhnlicher, geschickt konstruierter Plot, verpackt in unaufdringlich gescheite Haltungen. Insgesamt ein Lesevergnügen!

Wollte Dich mit diesem Statement auch ermutigen, falls das überhaupt notwendig ist, weiter zu machen, denn Du hast es m.M. nach drauf.

Mit liebem Gruß

E.D.

P.S.:
Ist nun damit zu rechnen, dass Du Deine “K”s bei Gastspielen in unsere Schachbretter ritzt? In diesem Falle wird zurrrrückkkgerrrritzt!

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 auch leo tolstoi erholte sich zwischen “krieg und frieden” mit so mancher partie schach

 

 

ich hab ihm geantwortet:

  hallo e. !

danke für die duftenden blumen. es freut mich sehr, wenn sich jemand die zeit nimmt und ein feedback zu geben, das dann auch noch positiv ausfällt. ich würde dein mail gerne anonymisiert auf meine homepage geben, ich leg dort nämlich möglichst alles offen, was rund ums schreiben so passiert, um die barriere zwischen schreibenden und lesenden einzureißen. ich glaube , dass viel mehr leute schreiben könnten, und es braucht ermutigung für die die schon geschrieben haben und jene die vielleicht kurz davor sind.

ich bin grad wieder für 3 monate in bildungskarenz und setz mich ab nächste woche hin, um eine nachfolgegeschichte u schreiben, insofern kommt die ermunterung zum richtigen zeitpunkt. wenn ich gut voranschreite und im mai noch kein badewetter ist, spiel ich das tschaturanga-open. vielleicht laufen wir uns ja dort über den weg.

lg
kurto

und er ergänzte dann:

a) Anonyme Veröffentlichung auf deiner hp kein Problem. Nur zu.
b) Mich persönlich hat Dein Buch (und deine sonstige performance) auch angespornt bzw. inspiriert, wieder zu schreiben und mich ganz allgemein und grundsätzlich mehr einzubringen, Motto: Leben und Leisten, alles andere ist sinnlos.

Wünsche Dir und hoffe zuversichtlich, dass Du auf Dein Gesellenstück noch einen drauf setzt. Das Talent dazu hast Du! Mach aus der Gunst der Stunde das Beste, hau jetzt alles rein und raus, was Du zur Verfügung hast, was in Dir drin ist. Je eher desto besser, aber lass Dir auch die Zeit, die Du brauchst dafür.

LG
E.

P.S: Dein Plot ist ja so angelegt, absichtlich oder nicht, dass es viele denkbare Zukunfts-Szenarien gibt: Was machen die “Verschwörer”, wie geht diese Geschichte aus? Wer eigentlich ist Bo und Calla? Wie ergeht es Frank? Kehrt er irgendwann zurück und wenn ja warum? Kommen Magda und Frank doch noch zusammen? Ich sehe tausende Verzweigungen und Fortsetzungen. Der Frank ist der ideale Occupy- oder auch Anonymous-Aktivist. Du könntest ihn als modernen, metrosexuellen und globalen Robin Hood zu einer zeitgemäßen Bestseller-Figur a la Mankells Wallander erschaffen. Um ihn und den Plot authentisch, informativ und lesenswert zu zeichnen brauchst Du aber viel Recherche, Zeit, d.h. auch (Zeit)-Budget. Ich will damit nur sagen: Überlege Dir ernsthaft, ob es der Erstling, die nun mal geschaffene Figur Frank, nicht wert ist, darauf aufzubauen und - jetzt oder nie! - eine große, fette Geschichte rauszuhauen, die ein ganzes Schriftsteller-Leben begründen könnte.

Jetzt ist mir schon klar, dass ich seine Hoffnung, ein kleiner Mankell zu werden nicht erfüllen kann und dies setzt mich auch nicht unter Druck. Aber die Träume sind auch Teil jedes kreativen Schaffens und ich bin (auch) zum Träumen aufgelegt.

26.Feb 2012

woki ösi.

ein eingeklemmter nerv hat mich dazu gebracht mir am computer die österreich-ausscheidung zum songcontest reinzuziehen. der schmerz konnte dadurch allerdings nicht gelindert werden. unglaublich ehrlich, wie österreichs künstlerInnen,  kommentatorInnen und tv-publikum die eigene dumpfheit stolz zur schau tragen. musik aus verschiedenen genres wurde aufgeboten, um den zweikampf zwischen conchita wurst und den trackshittaz zu einer größeren show erscheinen zu lassen. all die sexismen aufzuzählen, die die Sendung geprägt haben wäre zu mühsam, zwei Aspekte finde ich allerdings bemerkenswert: zum einen die integration des travestie-freaks tom neuwirth (conchita wurst) in die showgemeinschaft und der ständige zwang sich davon zu distanzieren. harry reithofer würde sie küssen, “wenn sie sich den bart rasieren würde” (eine glatte lüge, wenn sie mich fragen!), claudia stöckl plaudert, dass sie lieber mit dem authentischen lukas plöchl frühstücken als mit einer kunstfigur. transgender wird als showelement wahrgenommen und akzeptiert, vor allem wenn die figur sich auffällig integrierbar präsentiert.  sehr schön dazu der kommentar von franzobel im standard.

….Wir leben in einer verlogenen Zeit, und Österreich war immer schon ein Land der Wursteln und Durchwurstler. Da passt ein sich Wurst nennender Travestiekünstler mit fiktivem Migrationshintergrund ganz wunderbar, besonders wenn seine Kanten weich wie falsche Brüste sind und er die eigentliche Problematik von Rollenzuweisung, Transgender, Asylbewerbung und Gleichstellung von homosexuellen Paaren nicht einmal streift.

Die Wurst? An der Verwesung verhinderte Leichenteile, in ihre eigenen Kotkanäle gestopft, wie sie der bayrische Barde Fredl Fesl einmal definierte, die Wurst, um die es hier geht, ist kein in den falschen Körper Hineingeborener, kein Hermaphrodit, keiner, der von Ute Bock gerettet worden ist und somit auch kein Beispiel für ein aufgeklärtes, tolerantes und weltoffenes Österreich, eher im Gegenteil. Ein Feigenblatt für die Schamlosigkeit hier urwüchsiger Kleingeistigkeit.

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wenn es aber dann wirklich ernst wird, stehen die österreicherInnen letzendlich dann aber nicht für die verlogene toleranz sondern für die offene intoleranz. trackshittaz verkörpern ein pubertäres ländliches männliches ideal. „Wir sind vom Land, wir sind wie Stiere. Der Stier liegt auch nicht einfach nur in der Mitte seines Geheges“, erklärten die beiden Gewinner ihre energiegeladene Bühnenperformance

manuel hoffellner betonte, dass er die im catsuite auftretenden tänzerinnen persönlich gecastet hat, diese durften, wie auch im text vorkommend, viel mit dem arsch wackeln und an der stange tanzen. Das österreichische fernsehpublikum griff zum Handy und zahlte für ein sms-voting so viel wie 7 Minuten Telefonat nach Bhutan kosten, um sicher zu gehen, dass trackshittaz die kulturelle entfaltung ist, die europaweit repräsentiert werden soll.

der vollständigkeithalber hier noch mal der refrain des österreichischen seelenstrips:

Geht scho Woki mit deim Popo,
Woki mit deim (Uuh Uuh)
Woki mit deim Popo,
Yeah Yeah so gfoit ma des,
Geht scho Woki mit deim Popo,
Woki mit deim (Uuh Uuh)
Woki mit deim Popo,
wei wos i wü bist du!

11.Feb 2012

fantas ticker.

in vierzehnter lesung wird frank smutny am einundzwanzigsten februar in der pizzeria fantastica gegeben. kathi, can und ich lesen auf einladung von rassismusfreies transdanubien . es wird vergnüglich und spannend und das wenige tage vor der 1.märz.

interessante empfehlungslisten hab ich auch gebunden. facultas empfielt jean amery als eine von acht büchern. neben roche und streeruwitz. sehr lustig.

facultas club

10.Jan 2012

big point.

kurz vor weihnachten entschied sich orf.at  “sie sprechen mit jean amery, was kann ich für sie tun?” als  “empfehlung für den gabentisch” zu bewerten. die zufällig am vortag verfasste apa-rezension landete auf den bildschirmen der orf-redakteurInnen und die entschieden deswegen das buch aufzunehmen. besten dank an simon hadler, sophia felbermair, peter falkner, peter bauer, armin sattler, sonja ryzienski, gerald heidegger, christian körber, zita bereuter ! und dann in einer reihe mit julia rabinowich, firederike mayröcker, josef haslinger und thomas bernhard. yuhuu!

ob sich solch heldInnentaten auch auf die verbreitung des buchs auswirken ist nicht klar zu eruieren. die einzige ständig wahrnehmbare und mit vorsicht zu geniessende kennzahl ist das amazon-ranking. normalerweise rangiert mein buch dort zwischen platz 30.000 und 300.000. am tag der orf.at-empfehlung kletterte es auf 6.300, quasi ein bestseller!

ich bin schon sehr gespannt auf die lesung mit lisa morgen in der bibliothek in simmering.

lisa-and-me.pdf

http://www.buechereien.wien.at/de/programm/veranstaltungskalender/1263

9.Jan 2012

re levant.

schön ist, wenn man medien kennenlernt, die rezensionen veröfentlichen, ohne dass man je vorher drin gelesen hat, oder jemand dort kennt. bücher entwickeln ihr eigenleben, und “sie sprechen mit jean amery, was kann ich für sie tun” hat beinahe seine pubertät abgeschlossen. das eine ist ein popmagazin names tba, wo erstmals auch eine kleine englischsprachige rezi positioniert ist, das zweite ist das internet-portal relevant, wo eine launige rezension veröffentlicht wurde, die auf eine einschätzung meiner kollegInnen aus der apa-kulturredaktion beruht.

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APA0202 5 KI 0374                                     Mi, 14.Dez 2011

Literatur/Neuerscheinung/Österreich/Rezension

Sex, Crime und Call-Center: Debüt-Roman von Kurto Wendt

Utl.: Ehemaliger Donnerstagsdemo-Aktivist legt mit “Sie sprechen mit
Jean Amery, was kann ich für Sie tun?” einen unterhaltsamen
Erstling vor (Von Wolfgang Huber-Lang/APA) =

Wien (APA) - Kurto Wendt? War das nicht einer der umtriebigsten und ausdauerndsten Organisatoren der Donnerstagsdemonstrationen gegen Schwarz-Blau? Jean Amery? War das nicht ein österreichischer Widerstandskämpfer und Schriftsteller, der sich in seinem Werk u.a. für das Recht des Menschen auf Freitod einsetzte und dieses schließlich auch selbst für sich in Anspruch nahm? Und was haben die beiden miteinander zu tun? “Sie sprechen mit Jean Amery, was kann ich für Sie tun?”, heißt der Debütroman von Kurt Wendt, der kürzlich im Milena Verlag erschienen ist.

Der echte Jean Amery kommt in dem Buch allerdings nicht vor. Als Jean Amery meldet sich der Lebenskünstler und Langzeitarbeitslose Frank Smutny, wenn er im Call-Center von T-Mobile Anrufe entgegennimmt. Das macht er jedoch nur gezwungenermaßen, weil ihm das Arbeitsmarktservice die Unterstützung streichen würde, wenn er nicht an einem neuen Programm teilnähme: Das AMS zahlt sechs Probewochen beim Telekom-Unternehmen, die Besten erhalten danach einen Angestelltenvertrag.

Geregelte Arbeit ist zwar so ziemlich das Letzte, wonach Frank der Sinn stehen würde, doch so sehr er sich auch anstrengt - er ist drauf und dran, in der Telekommunikationsbranche Karriere zu machen. Denn Frank ist intelligent, flexibel, kann hartnäckig oder charmant sein, wahlweise auch beides zugleich. Das bekommen auch zwei mysteriöse neue Bekannte mit, die Franks Leben immer aufregender gestalten: eine seltsame Anruferin, die ihn immer wieder aushorcht und ihm seltsame Aufträge erteilt, und ein englischsprachiger, attraktiver Fremder, der ihm auf abendlichen Touren durch Wiener Szenelokale über den Weg läuft.

Aus dem Gegensatz zwischen ödem Berufsalltag und prickelnder Sex-and-Crime-Story macht der 1965 in Neufelden (Oberösterreich) geborene Autor eine flotte Geschichte, die weder literarischen Anspruch erhebt, noch aufklärerischen Sozialrealismus betreibt. Wie im Märchen verselbstständigen sich Fantasien und stellen einen Durchschnittstypen plötzlich vor abenteuerliche Herausforderungen, denen er sich kaum gewappnet fühlt. Anderswo macht man aus so etwas einen Hollywood-Film. Kurto Wendt hat daraus einen unterhaltsamen Debütroman gemacht. Durchaus nicht der schlechteste Zeitvertreib. Für ihn und für seine Leser.

(S E R V I C E - Kurto Wendt: “Sie sprechen mit Jean Amery, was kann ich für Sie tun?”, Roman, Milena Verlag, 152 S., 16,90 Euro, ISBN 978-3-85286-212-5)
(Schluss) whl/dae

APA0202    2011-12-14/11:35

141135 Dez 11

fotos von der lesebande am volksstimmefest (4.9. 2011)

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